Entscheidung Klasgarten


Bekanntlich sind die Talflanken des Gepatschspeichers in mehreren Bereichen rutschgefährdet und werden seit der gefährlichen Hangsetzung von 1964 permanent überwacht. Den Stollen Klasgarten braucht die Tiwag, um feststellen zu können, ob das stark geänderte Stauverhalten im Pumpspeicherbetrieb mit den auch so schon bedenklichen geologischen Gegebenheiten verträglich ist.

Im Vorfeld der Verhandlungen über die wasserrechtliche, forstrechtliche und naturschutzrechtliche Bewilligung des Sondierstollens, beschlossen die Kaunertaler Gemeinderäte aller drei Listen im Mai gemeinsam den geplanten Stollen zu beeinspruchen!

Bei ersten Gesprächen und Informationen hat die Tiwag einen Zusammenhang des Probestollens mit der Speichervariante Fernergries stets dementiert! Nach einem Treffen des Gemeindevorstands mit der Tiwagführung Anfang August in Innsbruck, war nun die Tiwag plötzlich bereit den Stollen zu verkürzen und gab überraschenderweise zu, dass der hintere Teil des Stollens doch für die Erkundung des Triebwasserweges Fernergries genutzt worden wäre! Bis dahin hatte die Tiwag, wie bereits erwähnt, einen Zusammenhang zwischen Erkundungsstollen Klasgarten und Speichervariante Fernergries stets dementiert. Dieser Teil des Stollens soll nun wegfallen.

Der Gemeinderat stimmte am Dienstag darüber ab, ob die Gemeinde, wie ursprünglich vereinbart (vgl. Bezirksblatt Landeck vom Mai), gegen den von der Tiwag geplanten Erkundungsstollen im Klasgarten Einspruch erheben wird! Das Ergebnis der Abstimmung lautete 7:4. Das bedeutet grünes Licht für die Tiwag und freie Bahn für die nächste Baustelle im Kaunertal. Es ist davon auszugehen, dass die Tiwag in Kürze mit den Bauarbeiten beginnen wird. Das Ausbruchmaterial wird im Bereich des Steinbruchs Versetz deponiert.

Derzeit sind also drei Speichervarianten im Spiel, nämlich Taschachtal, Fernergries und Platzertal. Laut Aussagen der Tiwag sei der Speicher Taschachtal auf Grund der Geologie nur schwer zu verwirklichen und für das Platzertal gibt es noch keine ausreichenden geologischen Befunde. Dieser würde zudem einen 6 Kilometer langen Erschließungstunnel benötigen. Damit ist die Speichervariante Fernergries derzeit die wahrscheinlichste.

Der Verein Lebenswertes Kaunertal lehnt den Ausbau des Kaunertalkraftwerks und den Probe- und Sondierstollen kategorisch ab. Die Eingriffe in die Natur sind viel zu massiv und die Mammutbaustelle würde den Tourismus im Kaunertal für Jahre lahmlegen und dauerhaft schädigen.

Die Tiwag braucht den Sondierstollen Klasgarten für ihre letzten Erkundungen und will dadurch feststellen, ob sie die Betriebsweise des jetzigen Speichers in ein Pumpspeicherkraftwerk ändern kann. Das „Ja“ der Gemeinde zum Sondierstollen öffnet der Tiwag Tür und Tor für einen Ausbau!

Haflingerspuren im Natura 2000 Gebiet?


Die umstrittenen geologischen Erkundungen der Tiwag im Kaunertal, die seit 2009 im Gange sind, haben im Natura 2000 Gebiet deutliche Spuren hinterlassen.

("Dialog und Begegnung", Tiwag)

(Haflingerspuren?, Fernergries, Natura 2000 Gebiet, August 2010)

Bagger im NATURA 2000 Gebiet

"Brief an Tirol"


Lesenswerter "Brief an Tirol" von Johannes Maria Staud (auf der Seite von Markus Wilhelm):
"Statt um die Zukunft des Landes geht es den Verantwortlichen nur um ihren Profit [...]"

>> dieTiwag.org

Blowing in the wind


Naht das Ende der umstrittenen Pumpspeicherkraftwerke (Teil II)?
>> New York Times

Terra X - ZDF: Gefahr aus den Bergen


In den vergangenen Jahren ereignen sich in den Alpen immer häufiger Felsstürze und Steinlawinen - oft in der Nähe dicht besiedelter Touristenregionen. Terra X geht dem Phänomen auf die Spur, das die Hochgebirge der Welt zunehmend ins Wanken bringt.

Diese Dokumentation zeigt unter anderem auch Permafrostforscher, die oberhalb des Gepatschspeichers, die als kritisch eingestufte Situation an der Bliggspitze untersuchen. Die Forscher befürchten, dass dort mehr als eine halbe Million Kubikmeter Fels in Bewegung geraten könnte.


>> zum Film in voller Länge


Tiwag Cross-Border-Deals


Im Zusammenhang mit den umstrittenen Cross-Border-Verträgen haften die Tiroler laut Medienberichten mit 269.495.420,03 Euro für die Tiwag. Tendenz steigend.

Tiroler Tageszeitung

dieTiwag.org

Werner Gfall ist Vizebürgermeister

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Nachdem sich kein anderer Gemeinderat für die Position des Vizebürgermeister zur Verfügung gestellt hatte, wurde Werner Gfall bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, den 10. Juni als einziger Kandidat mit 10 Stimmen und einer Enthaltung zum Vizebürgermeister gewählt.

Bei der ersten Gemeinderatssitzung nach den Wahlen im März war die Liste Lebenswertes Kaunertal als zweitstärkste Fraktion bei der Funktionsverteilung von den Gemeinderäten der Heimat- und Einheitsliste übergangen worden. Der Wirbel um die von Markus Wilhelm veröffentlichten Dokumente der Agentur Hofherr scheint zumindest einen gewissen Wandel bewirkt zu haben. Allerdings zeigte der Bürgermeister bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag wenig Bereitschaft über die auf dieTiwag.org dokumentierten Vorgänge zu sprechen. Hier muss noch einiges aufgearbeitet werden. Einfach nicht darüber zu sprechen ist definitiv der falsche Weg um das Vertrauen in den Bürgermeister wieder einigermaßen herzustellen. Die angekündigte Einberufung einer Gemeindeversammlung bei der die Thematik rund um das „Sponsor-Sparbuch“, die Wahlkampfunterstützung durch Hofherr und Raichs Tiwag-Nähe aufgearbeitet werden könnten, wartet noch auf einen konkreten Termin.

Salamitaktik beim Kaunertal-Ausbau

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Aktuelle Medienberichte lassen aufhorchen:

Geplant ist eine Erneuerung des Druckschachts und des Wasserschlosses. Der Druckschacht soll künftig einen Durchmesser von 4,30 Meter erhalten. Derzeit sind es 3,30 Meter. Der Druckschacht werde auf einer neuen, wesentlich tieferen Trasse im Berg geführt. Diese Erweiterung sei notwendig, um den Anforderungen einer künftigen Kraftwerkserweiterung zu entsprechen. (Tiroler Tageszeitung)

Der letzte Satz ist besonders interessant. Handelt es sich bei dem Projekt tatsächlich, wie im Artikel dargestellt, um Vorarbeiten zum Ausbauprojekt Kaunertal, dann ist dieses Projekt äußerst bedenklich! Eine Vorwegnahme von Bauarbeiten für ein UVP-pflichtiges Projekt ist nämlich unzulässig.

Auch der ORF berichtet: "Errichtet werden ein Druckschacht und ein Wasserschloss. Damit soll das Kraftwerk auch für eine mögliche Erweiterung fit gemacht werden."

Im Bescheid der Tiroler Landesregierung über die UVP-Pflicht dieses Vorhabens (Geschäftszahl U-5213/7, 23.7.2009) heißt es:

Der antragsgegenständliche "Kraftabstieg neu", bestehend aus Druckschacht und
Wasserschloss, steht mit dem oben genannten Ausbauvorhaben Kaunertal in keinem
unmittelbaren Zusammenhang.

Weiters:

Von einer missbräuchlichen Umgehung der UVP-Pflicht kann daher im gegenständlichen Fall keine Rede sein.

Widersprüchlich dazu ist folgende Passage aus dem gleichen Bescheid:

Da nach dem derzeitigen Planungsstand des Ausbauvorhabens Kaunertal beabsichtigt ist, die künftig zusätzlich gewonnen Wassermengen über den Druckschacht der bestehenden Kraftwerksanlage abzuarbeiten, muss der antragsgegenständliche Druckschacht entsprechend größer dimensioniert werden; andernfalls müsste zu einem späteren Zeitpunkt (nach Genehmigung des Ausbauvorhabens) eine nachträgliche Erweiterung des Druckschachts durchgeführt werden.

Anscheinend ist der Ausbau des Druckschachts und des Wasserschlosses für das Ausbauprojekt Kaunertal notwendig. Dies bestätigen auch die Medienberichte. Das vorliegende Projekt Neubau Druckschacht und Wasserschloss ist als Teil des geplanten Kraftwerksausbaus im Kaunertal zu werten. Die Begründung im Bescheid von 2009 ist nicht schlüssig. Eine neuerliche Prüfung scheint hier im Sinne der Glaubwürdigkeit von Antragsteller und Behörde unumgänglich zu sein.

Im Bescheid beträgt der Durchmesser des Stollens übrigens 4,8 m (TT 4,3 m). Die Menge des Aushubmaterials wurde mit 130.000 Kubikmetern (TT 140.000) angegeben.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Stollen-Verbruch im Bereich des Wasserschlosses im Jahr 1982, bei dem 30.000 Kubikmeter Wasser ausgetreten sind und der das vordere Kaunertal verwüstet hat, offensichtlich keinen Grund für einen Neubau des Wasserschlosses und des Druckschachts dargestellt hat (vgl. dieTiwag.org).

Bescheid U-5213/7 vom 23.7.2009

Landesumweltanwalt: Stellungnahme zum neuen Pumpspeicherstandort

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Innsbruck – Eigentlich müsste er der neuen Kraftwerksvariante im Platzertal grundsätzlich schon skeptisch gegenüberstehen, erklärt Johannes Kostenzer, der Umweltanwalt Tirols. Von dem neuen Projekt erfuhr er nämlich aus den Medien. „Ich hoffe, dass das ein Einzelfall war und bleibt. Ich glaube auch nicht, dass dieser Stil generell Einzug halten wird“, meint Kostenzer.

Die Tiwag müsse sich nämlich genauso strategisch überlegen wie sie potenzielle Kritiker proaktiv informiert und nicht überrumpelt. Wie es eben doch im Platzertal geschehen sei. Bei den vorangegangen Projekten erhielt Kosten­zer noch Informationen. „Wir wussten auch, dass es dort nun ziemliche Schwierigkeiten an den Standorten gibt. Die Bohrungen zeigten wenig stabiles Gelände an, größerer Aufwand ist dort nun notwendig.“ (Tiroler Tageszeitung)

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