Kurzer Bericht von der Wanderung ins Fernergries (20. Juni 2009)

Zunächst begann der Tag nicht so rosig, denn noch in der Früh regnete es in Strömen. Einige Leute riefen an und fragten nach ob die Wanderung überhaupt stattfindet. Umso überraschter waren wir, als sich am Ende fast 90 Interessierte beim Treffpunkt einfanden: Vereinsmitglieder, Vertreter von Bürgerinitiativen aus dem Pitz- und Ötztal, Interessierte aus der Bevölkerung, vom WWF, vom DAV und auch Umweltpfarrer Karlheinz Baumgartner waren dabei. Wir hatten Riesenglück mit dem Wetter, denn schon bald zeigte sich sogar die Sonne und die Wanderung verlief bis zum am Abend im Trockenen.

Professor Patzelt betonte die Wichtigkeit des Fernergries für die Gletscherforschung. Nur die Pasterze in Kärnten hat einen ähnlich wichtigen Stellenwert wie der Gepatschferner. Das Gletscherfvorfeld des Gepatschferners, also das Gebiet das seit dem letzten großen Vorstoß des Gletschers um 1855 eisfrei geworden ist, reicht bis ins Wald- und Almgebiet hinunter und ist seit dieser Zeit sehr gut dokumentiert.

Bild des Gletschertors aus dem Jahr 1856

Die Leute waren sichtlich interessiert an Professor Patzelts großem Wissen. Seine Ausführungen waren hervorragend für das Laienpublikum aufgearbeitet, die Leute waren sichtlich beeindruckt, denn viele waren sich zunächst nicht über die wissenschaftliche Bedeutung des Gepatschferners bewusst. Die Umsetzung der Tiwag-Pläne würden eine komplette Zerstörung dieses für die Forschung so wichtigen Gletschervorfelds bedeuten.

Das Interesse an Professor Patzelts Ausführungen war sehr groß

An mehreren Stellen zeigte Professor Patzelt mit welchen Methoden die Gletscherforschung die Ausdehnung und den Rückgang der Gletscher über Jahrhunderte und sogar Jahrtausende nachvollziehen kann und somit auch einen bedeutenden Beitrag zur Klimaforschung leistet.

Patzelts faszinierende Erklärungen beim Rest eines Baum der vor ca. 300 Jahren vom Gletscher umgestoßen wurde

Zwischen den Stationen bot die Wanderung auch viel Gelegenheit zu Gesprächen zwischen den einzelnen Teilnehmern und trotz der vielen Informationen gab es auch viele gemütlichere Momente in denen man die Schönheit des Gebietes genießen konnte.

Auch beim Abstecher zum Gletschertor waren viele Teilnehmer dabei.

Die lange und interessante Wanderung fand ihren gemütlichen Abschluss im Gepatschhaus. Später als gedacht, müde aber zufrieden ging es dann wieder nach Hause. Insgesamt war es eine tolle, informative und gesellige Wanderung die uns alle noch stärker davon überzeugt hat, dass das Fernergries ein absolut schützenswertes Gebiet ist, das auf keinen Fall dem Kraftwerksbau geopfert werden darf!

Video von Professor Patzelts Einleitung bei der Gepatschalm:

Professor Patzelt am Beginn des Fernergries (Video):

Kritik an Überleitungen:

Mehr Fotos gibt es hier.

Zum Exkursionsbericht von Karlheinz Baumgartner gehts hier.